Serie: Kunstvoll und Naturnah

Vorsicht, giftiger Pilz!

Der zur Gattung der Ritterlinge gehörende Grünling (Tricholoma equestre) galt bis ins Jahr 2001 als wohlschmeckender Speisepilz, der oft gesammelt und insbesondere auf französischen Märkten zum Verkauf angeboten wurde. Nachdem in Frankreich zunächst nicht zu erklärende Vergiftungen auftraten, wurden dem Grünling zwölf Vergiftungen aus den Jahren 1992 bis 2000 zugeordnet, von denen drei einen tödlichen Verlauf nahmen. Kurz danach wurden auch Vergiftungen aus Polen bekannt. Der Pilz kann bei manchen Menschen die Ausbildung einer Muskelschwäche (Rhabdomyolyse) hervorrufen, die tödlich enden kann. Die Rhabdomyolyse ist eine Auflösung quergestreifter Muskelfasern, wozu neben der Skelett- und Herzmuskulatur auch das Zwerchfell gehört. Ab 2001 wird vom Verzehr des Grünlings dringend abgeraten und dieser als giftig eingestuft.

Trotzdem treten immer wieder Fälle auf, bei denen der Grünling zum Verkauf angeboten wird. So berichtete Florian Haas im Jahr 2008 auf der Webseite www.fundkorb.de über seine Entdeckungen an Verkaufsständen der Frankfurter Kleinmarkthalle.

Das Museum Wiesbaden zeigt seit Mitte Juni die Sonderausstellung „Pilze – Nahrung, Gift und Mythen“. Der Grünling kann dort im Unterparterre in Augenschein genommen werden. Zu finden ist er in der Vitrine mit dem Diorama zur Binnendüne.

Ulrich Kaiser

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