Kolumne: Unter Freunden

Beate macht’s vor

Ergeht es Ihnen, liebe Freunde des Museums, auch manchmal so? Einem lieben Menschen wollen Sie zum runden Geburtstag eine wirklich große Freude machen. Sie überlegen, was denn das sein könnte? Eigentlich fehlt es ihm an nichts, denken Sie. Bücher sind immer gut. Aber er hat schon verdammt viele. Er hat breit gefächerte Interessen: Theater, Bildende Kunst, Musik, Sport, Kulinarik … Aber immer wieder Olivenöl oder Vino?

Mir hat jetzt meine Freundin Beate auf die Sprünge geholfen. Und das mit einer Idee, auf die ich doch längst schon selber hätte kommen können, schließlich bin ich doch überzeugtes Mitglied der Freunde des Museums.

Beate schätzt das vielfältige Angebot des Museums Wiesbaden. Sie ist eine Kunstkennerin. Und sie macht gerne wertvolle Geschenke. Wertvoll in dem Sinne, dass diese Geschenke neue Erkenntnisse bringen und nachwirken, und vor allem auch möchte sie den Freunden Zeit schenken. Manchmal passt diese Idee exzellent.

Meine Freundin Beate sagte eines Tages zu mir: „Morgen bin ich mit Resl und einigen ihrer langjährigen Weggefährten im Museum. Sie wird nämlich 90. Ich habe ihr eine Führung für zehn Personen durch die Ausstellung „Karl Schmidt-Rottluff – Bild und Selbstbild“ geschenkt.“ 90? Führung im Museum? Mutig, dachte ich. Beate konnte mir einige Zeit später erzählen, wie richtig sie mit diesem Präsent gelegen hatte. Selbstverständlich hatte sie, ohnehin eine Meisterin der Organisation, ein Rundum-Sorglos-Paket geschnürt, Hin- und Rückfahrt eingeschlossen.

Es war nicht das erste Geschenk dieser Art. Und es blieb nicht das letzte. „Caravaggios Erben“ wurden ebenfalls zum Ziel einer Geburtstagsrunde für ein befreundetes Paar, von Beate liebevoll vorbereitet. Und wieder ein Riesenerfolg.

Ehrlich, jetzt freue ich mich total auf den nächsten runden Geburtstag im engen Freundeskreis. „Caravaggios Erben“ sind dann zwar leider schon von dannen gezogen, aber Emil Noldes „Grotesken“ beispielsweise, die könnte ich doch mal ins Auge fassen. Zeitlich würde des passen. Nein, näher gehe ich nun nicht darauf ein. Wer weiß, vielleicht liest der liebe Mensch, an den ich hier denke, zufällig unsere Freunde-Website …

(Ingeborg Salm-Boost)

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