Eindrücke von der Mitgliederversammlung

Steigendende Eintrittszahlen und erfolgreiche Projekte

„Wir machen Fans zu Förderern und Förderer zu Fans“, so lautete eine Kernaussage im Rechenschaftsbericht von Dr. Gerd Eckelmann, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Museums. In der Mitgliederversammlung konnte der Vorstand über eine Menge erfolgreicher Aktivitäten im vergangenen Jahr und in diesem Jahr berichten. Ein Ausschnitt des Treffens im Vortragssaal des Museums soll hier zusammengefasst werden. (Die Mitglieder erhalten mit dem Halbjahresprogramm der Freunde im August das Protokoll mit allen Details.)

Vergoldete Achteck-Kuppel am Museumseingang

Freunde, Förderer, Fans: Ein Blick auf die Entwicklung des Museums-Vereins

Der Verein Freunde des Museums ist 2016 um 130 Mitglieder reicher geworden und hat die Marke von 1 450 Freunden geknackt. Wenn auch nur ca. 100 von ihnen zur Versammlung gekommen waren, so kann der Vorstand der Unterstützung vieler Mitglieder doch gewiss sein – was sich immer auch wieder bei Gesprächen nach dem jeweils offiziellen Teil von Freunde-Veranstaltungen im Foyer des Museums bestätigt.  

„Wir sind ein Förderverein. Wir versammeln Bürgerinnen und Bürger, die ihr Wiesbadener Museum unterstützen wollen. Wir sind zugleich ein Mitgliederverein. Das heißt: Wir tun etwas für unsere Mitglieder. Wir bieten ihnen einzigartige Veranstaltungen und ein höchst sympathisches geselliges Umfeld“, so beschreibt Gerd Eckelmann den Verein. Und führt für die eine wie die andere Motivation gute Gründe auf.

Einerseits der freie Eintritt zu allen Sammlungen und aktuellen Ausstellungen, auch beim Nassauischen Kunstverein sowie den Landesmuseen in Darmstadt und Kassel, die Reisen zur Kunst (die noch ausgebaut werden), der Kontakt zu den Künstlern und Fachleuten, nicht zuletzt zu Gleichgesinnten, die besonderen Veranstaltungen und persönlichen Einladungen. Andererseits stehen bei „Neuzugängen“ bürgerschaftliches Verständnis und Unterstützung des Museums im Vordergrund, der Wunsch Mitglied zu werden, auch wenn ihnen manches, was hier zu sehen ist und stattfindet, persönlich noch fremd ist. Dass aber zunehmend Förderer auch zu Fans werden und Fans das Bedürfnis bekommen, Förderer zu werden, das ist eine Entwicklung, die den gesamten Vorstand mit großer Freunde erfüllt.

Apropos Vorstand: Hier stand eine Veränderung an: Schatzmeister Stefan Spreter zieht sich nach sieben Jahren aus persönlichen Gründen zurück. Ein Glücksfall, dass mit Catherine Dallmer – einer gelernten Bankerin, zuvor im Kuratorium des Vereins aktiv – eine eloquente Nachfolgerin gewählt werden konnte. Aus dem Vorstand verabschiedet hatte sich bereits im Herbst 2016  aus persönlichen Gründen Gründungsmitglied Dr. Renate Petzinger. Sie bleibt den Freunden aber beratend erhalten, und ihr wurde ebenso wie Stefan Spreter für ihr großes Engagement gedankt.    

Dank galt unter anderem auch dem Museum für die gute Zusammenarbeit und dem Kuratorium unter dem Vorsitz von Stephan Ziegler für die nachhaltige Unterstützung des Vorstands, nicht zuletzt für die Organisation der Museums-Gala, einem Highlight in jedem Jahr. Für Ende Oktober 2017 sind bereits alle Tische vergeben. 2016 konnte nach der Veranstaltung ein Scheck in Höhe von 60.000 Euro überreicht werden. Die Gäste haben mit ihrer Teilnahme den Erwerb zweier Werke unterstützt: Walter Stöhrers „Januskopf“ und Paul Klees Widmung an Heinrich Kirchhoff, dessen umfangreiche Sammlung in diesem Jahr noch zu sehen sein wird. Ein schlagkräftiges Team sind auch die zehn Ehepaare, die sich laut Stephan Ziegler im „Collectors’ Circle zusammengetan haben und jeweils 10 000 Euro pro Jahr in den Verein stecken. Eine Initiative, die Hartmuth A. Jung initiierte.

Drei neue Kuratoriumsmitglieder wurden während der Versammlung ebenso einstimmig gewählt wie die „Altgedienten“. Neu hinzu gekommen sind Dr. Sandra Pepperl-Klindworth, Sven Korndoerffer und Thomas Radke. Auch die neue Schatzmeisterin des Vorstands erhielt uneingeschränktes Vertrauen.

Zurück zu den Highlights: Der eintrittsfreie erste Samstag im Monat, ermöglicht durch das Engagement der Freunde, ist eine Erfolgsstory mit Kultstatus. Ebenso ist die gute Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik zu erwähnen, deren tolle Projekte – eines stellte Astrid Lembcke Thiel exemplarisch vor – laut Eckelmann vom Verein „aus vollem Herzen“ unterstützt werden. Nicht zuletzt auch dadurch, dass von einer Reihe Mitglieder bereits die Möglichkeit genutzt wird, mit 250 Euro pro Jahr dieses Programm zusätzlich zu fördern. Eines mochte der Vorsitzende aber doch betonen: Man werde das Land Hessen nicht aus seiner Verpflichtung entlassen, den Grundstock für die personelle Ausstattung und Absicherung der Abteilung Bildung und Vermittlung des Museums bereitzustellen. „Der Verein kann hier nur ergänzen“.

Auch diese Website mit vielen neuen, interessanten Inhalten und ansprechend gestaltet, legte Gerd Eckelmann den Mitgliedern ans Herz. Nicht zuletzt konnte er von einer erfreulichen Finanzlage berichten und von nach wie vor niedrigen Verwaltungskosten – damit ein möglichst hoher Anteil der Mitgliedsbeiträge für die Förderung des Museums ausgegeben werden kann. Auch in seiner jetzigen Größe von fast 1.500 Mitgliedern wird diese Maxime weiter erfolgreich verfolgt, dank Unterstützung wichtiger Partner, die ehrenamtlich oder gegen nur symbolische Aufwandsentschädigungen regelmäßig aktiv sind.

Jeder konnte schon in den Zeitungen ausführlich lesen: Das Museum kann sich über eine einmalige Jugendstil-Sammlung freuen, die Ferdinand Nees dem Museum schenkt und für die der Südflügel umgebaut wird. Nicht ohne Stolz lenkte Museumsdirektor und Vorstandsmitglied Alexander Klar nochmals den Blick auf diese Sensation. Und er warb ein weiteres Mal für ein Museum neben dem Museum, das der Sammler Reinhold Ernst bauen will.

Zwei sehr ernstzunehmende Klagen kamen aus dem Kreis der Besucher: Die Busanbindung zum Museum lasse arg zu wünschen übrig, und auch Fahrradfahrer würden am Museum nicht besonders gut „bedient“. Der Direktor, selbst passionierter Radler, will sich kümmern, zumal ja alles in der Friedrich-Ebert-Allee bald ganz anders aussehen soll. Wenn denn erst die Bauarbeiten beendet sein werden und das Congress-Center gegenüber fertiggestellt sein wird.  

Viele spannende und anregende Gespräche kamen nach dem offiziellen Teil bei Wein und Imbiss zustande. Unter den Gästen befand sich auch Kunstsammler Frank Brabant, der dem Museum Jawlenskys „Helene im spanischen Kostüm“ als Schenkung überlassen hat und die Hälfte seiner großartigen Sammlung von Expressionisten und Vertretern der Neuen Sachlichkeit dem Museum Wiesbaden in einer Stiftung vermachen wird. Die die andere Hälfte geht in seine Geburtsstadt Schwerin. Der Sammlung Brabant wird im nächsten Jahr eine Ausstellung gewidmet.

Neujahrsempfang 2015

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